Auch wenn nach aktueller Definition der Begriff „Rudel“ nicht bei artübergreifenden Sozialgemeinschaften angewendet wird, empfinden wir die soziale Struktur, die Kompetenzverteilung, die Kommunikation und die gegenseitige Verantwortung der einzelnen Mitglieder als so eindrucksvoll, dass wir uns nach diesem Vorbild für den Namen „Die Rudelberater“ entschieden haben.

Über uns...

 

Arne-Christoph Winkler
Einzeltraining, Gruppentraining, Beratung

Zertifikate

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Baby
Rudelberater

Rasse: Australian Shepherd / Border Collie
1999 – 2015

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Buzz
Rudelberater

Rasse: genetische Wundertüte
Geb.: 2007

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Arne-Christoph Winkler...

 

Einzeltraining, Gruppentraining, Beratung

Warum Hundetrainer?

An dem Morgen, als ich meinen ersten Hund „Baby“ kennenlernte, nahm mich Corby mit zur Arbeit auf die Lodge im „Castle Valley“ in Utah, U.S.A.
Gerade wollte ich den ersten Schluck, des ersten Kaffees, bei den ersten Sonnenstrahlen des Tages trinken, da hörte ich auch schon Corbys alten, aufgebockten, silbernen Chevy Truck vorblubbern.
Mit mittlerweile routinierten Handgriffen sprang ich in meine Arbeitsboots, schnappte mir meine dunkelbeige Carharttjacke, meine Handschuhe, den Cowboyhut und öffnete die nie verschlossene Tür unseres Hauses.
Den Anblick, der sich mir an diesem Morgen bot, werde ich nie vergessen.
Corby, mit seiner Baseballkappe und seinem immer freundlichen Gesichtausdruck, in seinem, selbst für republikanische Verhältnisse, ziemlich großen V8 und auf der Ladefläche ein rot-weißer Hund mit großen, hellblauen Augen, aus denen nichts weiter als freudige Erwartung auf die Kontaktaufnahme zu mir sprach. Ich habe bis zu diesem Zeitpunkt und nie wieder danach eine so bedingungslos freundliche und aufrichtig hoffnungsvolle Erwartung in einen erfreulichen Ausgang einer ersten Begegnung erlebt, wie an diesem Morgen.
Mir, und ich glaube auch Baby, war es sofort klar, dass wir ein Team werden und sich unsere Leben dadurch wesentlich verändern würden. Ohne Frage ist Baby dabei die deutlich größeren Kompromisse eingegangen.
Das ist jetzt über 11 Jahre her und ich habe durch Baby eine Menge über das Zusammenleben mit Hunden gelernt. Wenn ich all die Fehler aufzählen wollte, die ich in unserer Hund/Mensch Beziehung gemacht habe, würde ich vermutlich 11 weitere Jahre brauchen.
Baby hat mir all diese Fehler verziehen und ist mir bis heute treu geblieben. Immerhin habe ich in den Jahren unseres gemeinsamen Lebens dreimal den Job gewechselt, genauso oft die Freundin und einen neuen Hund ins Rudel aufgenommen. Baby ist mir aus dem Land der Freiheit ins tief reglementierte Deutschland gefolgt. Hat sich an Steuermarken, Halsbänder, Kackebeutel und Leinenpflicht gewöhnt. Sie hat sich mit allem arrangiert und ist Tag um Tag weiterhin ganz für mich da, auch wenn es ihr wegen ihres hohen Alters manchmal schwer fällt.
All das und die Tatsache, dass ich als dreijähriger Wahnsinniger lieber in Zwingern mit abgerichteten Schutzhunden, anstatt mit meinen Freunden Playmobil gespielt habe und ohne eine einzige Bissverletzung davon kam, hat mich dazu bewogen, so langsam mal etwas von dem ganzen Vertrauensvorschuss an die Hunde zurückzugeben.

Ich möchte gerne dazu beitragen, dass sich Hunde und ihre Halter besser verstehen und die Menschen ihren vierbeinigen Partnern nicht soviel zumuten wie ich damals Baby.
Hunde versuchen uns so viel mitzuteilen und wir sollten uns wirklich bemühen sie zu verstehen. Schließlich bemühen sich die Hunde auch permanent, uns Zweibeiner mit der komischen Körpersprache und den schwer verständlichen, akustischen Signalen zu entschlüsseln.

Die Grundlage jeder Partnerschaft ist die Kommunikation. Je besser diese ist, desto erfolgreicher wird die Zusammenarbeit.

Dabei möchte ich Ihnen und Ihrem Hund helfen und somit das gemeinsame Leben und das gegenseitige Verständnis etwas erleichtern … schließlich bin ich es Baby schuldig!

Baby...

 

Rudelberater

Name: Baby
Rasse: Australian Shepherd / Border Collie
1999 – 2015

Baby ist eine Australian Shepherd / Border Collie Hündin und wurde 1999 in Moab, Utah, USA geboren. Seit Frühjahr 2001 lebt sie mit mir zusammen. Als wir uns kennenlernten arbeitete ich auf einer Ranch in Utah und suchte einen Hund zum Kühe treiben sowie Begleiter und Alarmanlage für Zaunkontrollen in den Bergen. Baby wurde mir vorgestellt, weil ihr Vorbesitzer nicht viel mit ihr anfangen konnte, da sie für die robuste Arbeit auf der Ranch zu sensibel erschien und partout weder Kühe treiben oder auf Kommandos hören wollte. Außerdem hat sie das preisgekrönte Zuchthuhn des Nachbarn gefressen, was ihr einen sicheren Platz in der Todeszelle einbrachte. Baby hatte also die Wahl: Der Deutsche oder die Todesstrafe, bisschen so wie früher bei den Menschen: Vietnam oder Knast- da bleibt sich der konservative Amerikaner selbst bei straffälligen Hunden treu. So war es nicht verwunderlich, dass Baby ihre Chance nutzte und sich für den Deutschen entschied. Wie unser erstes Zusammentreffen stattfand können Sie bei Interesseoben stehend nachlesen.
Baby war eine sehr freundliche aber auch sehr unsichere Hündin. Besonders Menschen gegenüber zeigte sie deutliche Unsicherheiten und eine ganz große Skepsis. Auf direkte Ansprache reagierte sie mit sofortiger Unterwerfung. Bei Körperkontakten verkrampfte sie leicht und versuchte die Distanz zu vergrößern. Es dauerte ca. 2 Monate bis sie sich bei Körperkontakt entspannen konnte und weitere 2 Monate bis sie sich das erste Mal beim Streicheln auf die Seite legte und sichtlich genoss. Von diesem Tag an ging alles rasend schnell und wie von selbst. Baby lernte mir zu vertrauen und folgte mir ohne Leine und ohne Halsband auf Schritt und Tritt und machte schlichtweg alles, was ich von ihr verlangte, ohne großes Training.
Nach unserer Cowboyzeit kam sie mit mir nach Deutschland. Die Umstellung von ungefähr 10 Stunden körperlicher Arbeit am Tag auf 0 Stunden körperlicher Arbeit am Tag, schaffte sie durch geistige Auslastung ausgesprochen gut. Vielleicht auch, weil Baby schnell verstehen musste, dass sich deutsche Kühe und Pferde nicht wirklich hüten lassen wollen. Dies wurde ihr auf so deutliche Weise von den Pferden meiner Freunde mitgeteilt, dass Baby nach ihrer knappen Flucht, nie einen weiteren Versuch unternahm. Statt zu hüten lernte Baby Post zu verteilen, runter gefallene Gegenstände aufzuheben, Handtaschen zu klauen und begleitete mich zu allen erdenklichen Veranstaltungen. Baby hatte einen „All Areas“ Backstage Pass und in zahlreichen Bars ihren Stammplatz. Außerdem wurde sie Therapeutin und therapierte so manchen Hundehasser und Hundephobiker. Kindern brachte sie auf ihre dezente und vornehme Weise bei, wie weit sie gehen konnten und half mir sehr gerne beim Suchen und Fangenspielen mit meinen Patenkindern.
Mittlerweile hat sich Baby ihre „Seniorenstatus“ verdient, teils auch weil sie nicht mehr besonders gut hören und sehen kann oder zumindest so tut als ob, und verwaltet sich selber. Sie kann kommen und gehen wann sie möchte, teilt sich ihre Spaziergänge in unserem Dorf selber ein, entscheidet wann und wie lange sie mit ihren Kumpels spielen möchte und ist völlig frei in ihrer Schlafplatzwahl. Trotz dieser ganzen Freiheiten ist sie meist an meiner Seite, wie auch in diesem Moment. Ich genieße jede Sekunde mit ihr und bin ihr sehr dankbar, dass sie mir ihr Vertrauen geschenkt und mir so viel über Hunde beigebracht hat. Ohne Baby würde ich heute wahrscheinlich nicht Hundetrainer sein. Übrigens ist ihre Vorliebe für Hühner, die ihr fast den Kopf gekostet hat, geblieben. Noch heute bringt sie mir in schöner Regelmäßigkeit ausgebüchste Hühner, lebendig und ohne einen Kratzer, damit ich sie wieder im Gehege abliefern kann und wir uns so ein paar Eier verdienen.

Buzz...

 

Rudelberater

Name: Buzz
Rasse: genetische Wundertüte
Geb.: 2007

Buzz kam 2007 in unser Rudel. Als Frankfurter Fundhund hat er es über den Tierschutz als ca. 13 Wochen alter, zuckersüßer Welpe zu uns geschafft. Seine Abstammung war gänzlich unbekannt und so begannen gleich die Spekulationen über den Inhalt dieser kleinen genetischen Wundertüte.
Von Eurasier, Leonberger, Malinois, Kanaan Hund, Akita- und Shiba Inu, interpretierten alle Beteiligten ihren Teil in den Pimpf. Ich hielt mich bei den Spekulationen zurück und verwendete meine Energie lieber auf die Förderung seiner von sich aus gezeigten Talente. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, was ein rassebestimmender Gentest 1,5 Jahre später enthüllen würde, hätte ich wohl auf die eine oder andere Förderung besser verzichtet.
Buzz entwickelte sich vom Wesen komplett anders, als mein erster Hund Baby. Während sich mein Hütemädchen durch einen sehr großen „Willen zu Gefallen“ auszeichnete, einen sehr ausgeprägten Hang zur Zusammenarbeit besaß und, auf Grund unserer gemeinsamen Arbeitszeit in den USA eine sehr starke Bindung zu mir hatte, fand Buzz das alles nicht besonders wichtig. Bei Spaziergängen stets stark abgelenkt, hatte er kein Problem damit, sich auch mal etwas weiter von mir zu entfernen. Sobald etwas Spannendes in seine Nase drang, schien sein Gehör oder besser sein Gehorsam ausgeschaltet.
Entsprechend komplizierter lief es mit seiner Ausbildung, unserem Beziehungsaufbau und unserer Kommunikation. Das war auch ein Auslöser dafür, mich detailliert mit dem Lernverhalten und der Kommunikation von Hunden zu befassen. Im Haus und im Garten war es ein Vergnügen Buzz beim Rennen, impulsiven Toben und Spielen zu beobachten. Ob allein oder mit anderen Hunden, dieser Vierbeiner machte den Eindruck, unermüdlich zu sein. Wenn es um Bewegung oder Kopftraining ging, nutzte ich fortan seine hohe Motivation, wobei ein paar wirklich gute Stunts zustande kamen und schnell eine bessere Bindung entstand.
Außerdem entschied ich mich, einen Gentest an Buzz durchführen zu lassen, um auf seine genetische Abstammung schließen und das Training entsprechend anpassen zu können. Mit dem Ergebnis hätte ich nie gerechnet. Während die jeweils 25% Deutscher Schäferhund und Akita Inu noch nachvollziehbar waren, traf mich die Erkenntnis, dass ein Elternteil ein reinrassiger Siberian Husky war, vollkommen unerwartet.
Schlagartig wurde klar, warum er so selbstständig und reaktiv ist, warum er seine Nase gerne im Wind hat und bei jeder, minimal erfolgversprechenden, Witterung sein Glück versucht. Außerdem hätte ich ihn niemals an seinem bis dahin Ausgehgeschirr mein Fahrrad ziehen lassen. Hätte ich seine genetische Prädisposition von vornherein gekannt, hätte ich eine ganze Menge anders gemacht.

Umso mehr freut es mich, dass ich durch meine Ausbildung zum Hundetrainer, zahlreiche Fortbildungen und Erfahrungen mit vielen verschiedenen Hunden, viel Geduld und einem nachsichtigen Buzz unsere Beziehung perfektionieren konnte.

Buzz ist durch konsequentes Training der Prototyp des „Besten Freundes des Menschen“ geworden und bildet für mich das perfekte Gegenstück zu Baby. Er spielt gerne sehr körperlich. Gerangel auf dem Boden und gegenseitige Bodychecks findet er super. Seine Nasenfähigkeiten haben ihn zu einem Gegenstandssuchprofi gemacht, außerdem lernt er gerne neue Tricks und ist ein hervorragender Problemlöser.
Anders als Baby, bei der ich immer das Gefühl habe, dass sie „geboren wurde um zu gefallen“, habe ich bei Buzz den Eindruck, er arbeitet mit mir zusammen, weil ich mich zu einem kompetenten Partner entwickelt habe. Wenn mal etwas nicht richtig rund läuft und sich Buzz dann neben mich setzt, habe ich das Gefühl, als würde er mir seine Pfote auf die Schulter legen und sagen: „Kopf hoch Kumpel, wir können alles schaffen, wenn wir zusammen halten“. Es gibt viele kleine Gesten und Verhaltensweisen, mit denen er mir regelmäßig seine Zuneigung zeigt. Dafür sehe ich es ihm nach, wenn er hin und wieder lieber mal seinen Lieblingshündinnen imponiert, als zu gehorchen. Ich war schließlich nicht anders…sagen meine Eltern.